klassen- und fächerübergreifende Projekte aller Klassen

Sag es mir und ich werde es vergessen.
Zeige es mir und werde mich daran erinnern.
Beteilige mich und ich werde es verstehen.
Laotse

Sprache – Lesen – Schreiben- Darstellen

Jede Klassenstufe sucht nach geeigneten Themen, die diese vier Elemente erfordern.
An dieser Stelle muss unbedingt auch einmal Folgendes gesagt werden dürfen:
Solch anspruchsvolle pädagogische Arbeit ist natürlich nur möglich, wenn es Lehrer gibt, die sich nicht nur der Mühe unterziehen, Projekte für die Kinder zu entwickeln und zu organisieren.
Wichtigste Voraussetzung zum Gelingen solch beeindruckender Kinderleistungen ist die Überzeugung, wie wertvoll diese Lernmethode für die Entwicklung der Kinder ist. Sie bietet komplexe Voraussetzungen zur Ausprägung unzähliger Kompetenzen, die nicht nur der Rahmenplan vorschreibt. Sie sind einfach nachhaltig für jeden von uns bedeutsam.

Nur wenn es Eltern gibt, die diesen Wert erkennen und uns darin unterstützen, kann Nachfolgendes auch umgesetzt werden!


Die ersten Klassen

stiegen ein in die Welt der Bücher. »Gaten Tug, mein Name ist Mackerbenn«, sagte Herr Beckermann. Zugegeben – es ist nicht immer leicht, Herrn Beckermann zu verstehen. Seit der nämlich eines Tages beim Einkaufen in die Drehtür eines Kaufhauses geraten ist und wieder herausgeschleudert wurde, vertauscht er die Buchstaben. Da kann es schon einmal passieren, dass wanderbure Letterschminge über die Wiemenbluse fliegen. Doch eines Tages treten Nina und ihre Mutter in Herrn Beckermanns Leben und stellen es völlig auf den Kopf. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn gemeinsam finden sie tatsächlich eine Lösung, wie sie Herrn Beckermann von seiner Wechstabenverbuchselei heilen können … Mathias Jeschke erzählt eine unterhaltsame Geschichte über lustige Wortverdreher. Karsten Teich setzt den Text in eine herrlich schräge und witzige Bildsprache um.
Diese Geschichte ruft regelrecht dazu auf, sich mit Sprache und Worten auseinanderzusetzen. Das ureigene Anliegen von Schule. Die Lehrer entwickelten mit den Eltern kreative Handlungsräume für die Kinder. Die Kinder nähten, backten, sägten und brannten Buchstaben. Sie probierten sich in der Pantomime und dem Zeichnen im Erkennen von Gefühlen anderer. Wer sich schon gut mit den Buchstaben auskennt, kann sie auch selbst witzig verbuchseln. In spannenden Schultagen, gelang es den Kindern, das auf die Bühne zu bringen, was der Text erzählen will.
Die über 3zig unglaublich einsatzbereiten und selbstständig agierenden Eltern und Großeltern unterstützten die Lehrer wieder aktiv bei der Umsetzung aller Ideen. Dies beeindruckt uns in jedem Jahr sehr. Wir sind berührt von diesem Engagement und danken allen herzlich dafür! Glückliche und zufriedene Kinder, die Kompetenzen anwenden und weiterentwickeln konnten, sind der Lohn dieser Anstrengungen.
Gleichzeitig entstand so das Programm für die Einschulungsfeiern im August.
Es wurde in diesen Tagen
gelesen
gespielt
geschrieben
gesprochen
gesungen
gesägt
genäht
musiziert
gestritten
gebacken
gemalt
gebastelt
und es wurde viel gelacht!

Die zweiten Klassen

haben an ihren Projekttagen eine Weihnachtsrevue erstellt. Quer durch die Fächer wurde geübt. Englisch, Sport und Musik leistete ebenso einen Beitrag wie Knobeleien in der Mathematik. Kunst und Deutsch war fast überall gefragt. Ob bei den sehr besonderen Karten, die viel Geschmack, Geschick und Vorstellungsvermögen erforderten oder beim Wunschzettel und den Kalendern. Die sehr schönen Texte zum Weihnachtsfest erforderten fleißiges Üben und Auswendiglernen.
Die ganzen Tage über duftete es im Schulhaus nach den leckeren Plätzchen, die die Gruppen allein backen durften. In der Werkstatt des Weihnachtsmannes werkelten die kleinen Helfer sehr ansprechende Geschenke. Hier wurde gemessen, gerechnet, gesägt und geklebt.
Diese vielen abwechslungsreichen Angebote waren jedoch auch wieder nur umsetzbar, weil sich unzählig viele Eltern und Großeltern als Helfer mit einbrachten. So konnten die Kinder individuell und entspannt bei allem betreut werden. Vielfalt geht eben nur mit Vielen…
Einen kleinen Einblick in diese fleißigen Schultage erhielten die Gäste dann in der abendlichen Revue. Und eine Erinnerung für immer steckt in dem schönen Fotobuch, das jedes Kind von diesem Projekt erhielt.

Die dritten Klassen

verbanden auch in diesem Jahr die Aufgabenstellung des fächerübergreifenden Lernens mit einem traditionellen Projekt. Seit vielen Jahren setzen sich die Kinder der Dritten mit dem Problem des Blindseins, Seh- und anderen Behinderungen auseinander.
So gelang ihnen ein ganz wichtiger und sehr umfassender Blick auf das Leben von Menschen mit Behinderungen.
Herr Hartmann und seine Helfer vom Blinden- und Sehbehindertenverband ließen die Kinder Hilfsmittel ausprobieren. Dies ging vom Computer über die Blindenschrift bis hin zum Parcours mit dem weißen Stock. Besonders eindrucksvoll war das Kennenlernen von Blindenführhunden als wertvoller und liebevoller Partner sehbehinderter Menschen. Drei Hunde in der Ausbildung reisten eigens für uns aus Berlin an. Vielen Dank für dieses Engagement! In der Vorbereitung des Projektes lasen die Klassen ein Kinderbuch über solch einen Hund. Das persönliche Kennenlernen krönte nun diese Geschichte mit der persönlichen Erfahrung!
Bei einem Frühstück stellten die Kinder fest, wie sehr unsere Sinne auf das Sehen ausgerichtet sind und lernten, wie sich Blinde nach der Uhr orientieren – auch auf dem Teller. Eltern und Großeltern haben dieses besondere Frühstück mit den Kindern vorbereitet. Welche Eigenständigkeit einem ein Rollstuhl gibt, aber auch mit welchen Hindernissen im Alltag zu kämpfen ist, konnten die Kinder selbst erFAHREN.
Dass das Leben auch mit Behinderungen lebenswert ist und dass man als gesunder Mensch keine Berührungsängste haben muss, waren sicher nur zwei Erkenntnisse dieser äußerst abwechslungsreichen gemeinsamen Tage. Besonders nachhaltig in Erinnerung bleibt sicherlich allen der Präsentationsabend vor allen Eltern. Emotional, anschaulich und begeistert waren Lieder, Texte, Bilder und Theaterszenen, die uns Erwachsenen als Ergebnis der Projekttage dargeboten wurden! Die Beschäftigung der Gruppen mit den Sinnen und der Gebärdensprache wurde den Gästen genauso präsentiert wie die einstudierten Lieder und gar Tänze! Weit über zwanzig Eltern und Großeltern haben sich für dieses Projekt ihrer Kinder interessiert und sich mit viel Engagement und Zeit drei tagelang eingebracht! Unglaublich! Es kann uns nur durch diese Unterstützung gelingen, für die Kinder in solch kleinen Gruppen zu lernen und so eine intensive und individuelle Herangehensweise an ein Lernthema zu bieten. Allein mit den Kräften des Kollegiums wäre solches in dieser Qualität nicht zu leisten. Danke dafür!
Die Kinder waren mit höchster Konzentration, Anstrengungsbereitschaft und Offenheit in diesen Tagen bei der Sache! Eine nachhaltige Erfahrung für sie selbst, aber auch immer wieder für uns Erwachsene.

Die vierten Klassen

luden ihre Eltern zu einem Bummel über einen europäischen Weihnachtsmarkt ein.
Weihnachten in Europa sieht doch sehr verschieden aus. Ein Fest. Viele Bräuche. So wurden diese Projekttage im Wortsinn fächerübergreifend. Jedes Kind beschäftigte sich mit dem Fest eines Landes. Ob Spanien. England, Russland, Deutschland, Frankreich oder die skandinavischen Länder, jede Gruppe erarbeitete die Besonderheiten. Doch für alle ging es in den Tagen darum, in Ruhe Texte zu verstehen, sich auf Karten Europas zu orientieren, mit den Händen etwas Eigenes herstellen und sich auch Zeit nehmen für gemütliches gemeinsames Frühstücken. Am Ende jedes Tages fanden sich die Gruppen zum Singen zusammen. Mit viel Freude aber auch Disziplin übten sie besonders schöne Weihnachtslieder.
Die Methode des Lapbooks stand während des Projektes im Mittelpunkt des Lernens. Lapbooks sind “Faltbücher”, die entstehen während man sich bastelnd und schreibend mit einem Thema beschäftigt.
Sie werden vor allem bei der Erarbeitung von Sachthemen eingesetzt. Das Schöne ist, dass jeder Lernende ein eigenes Ergebnis erzielt. Die Kinder entscheiden selbstständig, wie sie mit erarbeiteten Informationen umgehen, bringen die Aspekte, ihre persönlichen Einschätzungen schriftlich und gestalterisch in ihr Buch ein. In einem aufklappbaren Umschlag befinden sich in einem Lapbook die verschiedensten Arten von eingeklebten oder eingehefteten Innenteilen, die das Hauptthema näher erläutern. So finden viele Informationen auf kleinstem Raum Platz – nebenbei sieht es auch noch toll aus und spricht den Entdeckerinstinkt an. Das Thema ist so aufzubereiten, dass die wichtigsten Punkte in abstrahierter Form abgebildet werden. Jedes Lapbook ist ein Unikat. Alles Erlesene, Erprobte und Erfahrene über Weihnachten in dem genau betrachteten Land wurde in diesen Lapbooks nun zusammengetragen und festgehalten. Sie halfen dann auch beim Präsentieren der Ergebnisse. Alle Informationen für die Gäste des Weihnachtsmarktes hatte nun jeder griffbereit. So ist man sicher und kann auch auf Nachfragen die passenden Antworten in dem strukturierten Lapbook abrufen.
Der Weihnachtsmarkt eröffnete stimmungsvoll. Lucia aus Schweden führte die kleine Prozession der europäischen Länder mit ihren Lichtern auf dem Kopf an.
Die Gäste bummelten von den gebrannten Mandeln aus Deutschland zu den selbstgemachten Seifen aus Russland. Am Stand von Frankreich konnte man die Entstehung des salzigen Karamells verfolgen und dann auch probieren. Überall gab es etwas zu entdecken.

Hier zeigte sich, wie gut man sein Land selbst verstanden hatte. Es war schön zu sehen, wie stolz und angestrengt, sich alle Mühe gaben beim Erklären der unterschiedlichen Bräuche! Die Freude war auf beiden Seite der Weihnachtsmarkttische zu spüren!
Zwischendurch erklangen auch immer die Weihnachtslieder und animierten sogar die Gäste zum Mitsingen.
Auch dieses Projekt war in dieser Qualität wieder nur möglich dank der uneigennützigen Hilfe vieler Eltern und Großeltern! Durch Sie war es möglich, in kleinen und intensiven Gruppen zu lernen. Vielen lieben Dank für Ihre Unterstützung und das Engagement!

9undachzig Kinder der Fünften

streiften durch ihre Stadt Luckau und wollten im scheinbar Bekannten, Neues entdecken! Als „Stadtschleicher“ wollten sie hinter Türen schauen, die sonst meist verschlossen bleiben. Jeder durfte sich aus den sieben Angeboten für drei Themen bewerben. Fast jedes Kind nutzte dies und schrieb sehr aufschlussreiche Bewerbungen. So konnte jeder selbst beeinflussen, welchen Ort der Stadt er gern einmal genauer untersuchen möchte. Am Montag wusste niemand, was am Mittwochabend präsentiert werden kann.
Als Journalist muss man zuerst einmal Fragen stellen können.
Dies war für viele Gruppen bereits eine Herausforderung: sie so zu stellen, dass man zum gewählten Thema wirklich auch Interessantes herausfinden kann. Was geschieht eigentlich täglich im Rathaus? Was sind die Aufgaben des Bürgermeisters. Warum dauert es oft lange, bis sich etwas ändert? Was sind Abgeordnete? Welche Rolle spielen sie? Kann man in dieser Stadt eigentlich später auch eine Arbeit finden? Welche Berufe kann man hier lernen? Was wollte man da für Fähigkeiten haben? Gibt es auch für die Freizeit Angebote? Und wie ist das, wenn man vielleicht mit einer Behinderung leben muss? Geht das in Luckau? Was gibt es über unsere Schule und deren geschichte zu erfahren?
Die Recherche vor Ort war natürlich für alle „Reporter“ das Spannendste. Außerhalb der Schule lernen. Im Angucken-Abgucken-Zugucken. Und dann alles Erfahrene so aufarbeiten, dass man es den anderen vermitteln kann, ohne dass sie dabei waren. Das ist eine große Aufgabenstellung. Das erfordert Kooperation, Koordination, Kompromissbereitschaft und immer wieder Konzentration!
Die Vielfalt fand sich in den zu bearbeiteten Themen, aber auch in den Erarbeitungsmethoden bis hin zu den Präsentationen der Ergebnisse.
Sie sind für die Projektarbeit besonders wichtig. Hier wird zusammengetragen, dargestellt und vor allem Außenstehenden zur Wertung vorgelegt. Die Kinder konnten die Fähigkeiten und Fertigkeiten anwenden, die sie bisher entwickelt haben, mussten sich zurechtfinden in einer klassengemischten Gruppe, von Freunden getrennt.
Bei allem ging es darum, möglichst selbstständig zu sein und mit den einfachsten Mitteln den größtmöglichen Effekt zu erzielen.
Ein schönes gemeinsames Frühstück gehörte genauso zu den Projekttagen, wie das Erlesen theoretischer Inhalte, Verfassen von aussagekräftigen Texten, Erstellen von Power Point Präsentationen, das Bearbeiten von Fotos, dem Sprechen Üben ohne und mit Mikrofonen.
Der Probenvormittag war besonders. Er zeigte uns Lehrern drei Klassen, die ihre Aufgabe von Beginn an sehr ernst nahmen. Mit Ehrgeiz, Interesse, Aufmerksamkeit und Achtung sahen sie sich die verschiedenen Ergebnisse an.
Unvoreingenommen und mit dem Wunsch, ein gemeinsames Ziel zu erreichen, haben die 9undachzig Kinder eine ungewöhnliche Aufgabe gelöst.
Darauf können sie stolz sein! Eine beeindruckende Leistung aller! Die drei Moderatoren lernten völlig selbstständig ihre Texte und fügten mit viel Geschick die Darbietungen zusammen.

Die Kinder haben auch wieder viel Selbstkritisches und Konstruktives zur Verbesserung nachfolgender Projekte zusammengetragen: So wünschten sie sich mehr Zeit zur Erarbeitung und zum Üben. Sie änderten in diesem Jahr die Präsentationsform, um mehr Aufmerksamkeit vom Publikum zu erhalten. Dies schien ihnen in diesem Jahr gelungen.
Die Präsentation der Ergebnisse ist der Abschluss eines Projektes. Sie soll deutlich machen, was die Kinder in welcher Form gelernt haben. Sie erhebt keinen Anspruch an eine professionelle Darbietung von lang Einstudiertem! Sie beendet einen komplexen Erarbeitungsprozess. Er ist das Wesentliche in den Tagen der Projektarbeit! Er fordert und fördert jedes Kind entsprechend seiner Kompetenzen! Und auch in diesem Projekt beweisen die Kinder, dass oft viel mehr in ihnen steckt, als es im Regelunterricht zeigen kann. Genau deshalb lohnen sich diese Projekttage für jeden. Das Recherchieren vor Ort, ob mit der Museumsleiterin, dem stellvertretenden Bürgermeister, der Apothekerin, den Trainern der Sportvereine oder gar beim gemeinsamen Arbeiten mit einem behinderten Menschen, überall nutzen die Kinder die Gelegenheiten, ihr Wissen zu erweitern. Nicht selten mussten sie hierbei durchaus über ihre Grenzen gehen, sich überwinden und Dinge zutrauen, die ihnen an einem normalen Schultag nicht abverlangt werden.
Ein großes Dankeschön gilt deshalb wieder allen außenstehenden Partner, die uns ihre Türen öffneten und Zeit mit den Kindern verbrachten! Diese Investition lohnt sich nachhaltig. Die Offenheit und Unvoreingenommenheit, die die Kinder auszeichnet, ist ein Garant für nachhaltige Eindrücke bei ihnen und setzt Denkprozesse in Gang, die über Faktenlernen weit hinausgehen.

8undziebzig Kinder der sechsten Klassen

erkundeten am ersten Projekttag mit den Fahrrädern sieben Kirchen der Umgebung! Mit einem gemeinsam organisierten Frühstück, Steinen, Holz, Ton, Feder und Tusche, Karte und Kompass, Zollstock und warmen Sachen ausgestattet, entdeckten die Kinder diese alten Gebäude als Zeugen der kulturellen Entwicklung und wichtiger historischer Etappen der Menschen in unserer Umgebung. In kleinen Gruppen besuchten sie die verschiedensten Orte, um Neues im scheinbar Bekannten zu entdecken. Viele Helfer haben es uns völlig unkompliziert ermöglicht, wieder einmal andere Lernorte zu wählen als den Klassenraum. Der Pfarrer, Herr Meyer, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Frau Rohde und die Kathechetin Frau Graßmann übernahmen jeweils selbst eine Gruppe für alle vier Tage! Haben Sie vielen Dank für dieses Engagement!
Alle Fächer waren vertreten: von der Mathematik mit dem Grundriss und den Maßzahlen – über die Baustile der Kunstepochen, Geschichte und Geografie mit dem Einnorden einer Karte mit dem Kompass für den Grundriss, Politische Bildung mit den Kreuzzügen und der Rolle der Religionen bei den heutigen kriegerischen Auseinandersetzungen der Menschen in der Welt, Deutsch mit dem Erlesen, Schreiben und Sprechen von Texten, bis hin zu Sport bei den Radtouren in die Dörfer.
Es ging auch darum, sich einmal mit einem Thema auseinandersetzen, zu dem man sonst vielleicht nie in Kontakt kommen würde.
Nur wenn ich über eine Sache Wissen habe, werde ich mir selbst ein Urteil bilden können. Nur dann werde ich eine eigene Meinung entwickeln können.

Warum hat eine Kirche so dicke Mauern und weshalb steht der Altar im Osten des Kirchenschiffes? Wie zeichnet man einen Grundriss und vielleicht gar mit alten Maßen, dem Klafter bzw. Fuß? Was haben Mönche mit der Besiedelung unserer Gegend zu tun?
Welche Bedeutung haben Abendmahl oder Taufe und was für einen Ursprung hat der Altar?
Diese Fragen und vieles mehr konnten die Kinder vor Ort in den wunderschönen Dorfkirchen untersuchen.
Kompetenzen auf allen Gebieten konnten angewandt und weiterentwickelt werden. Die Vielfalt fand sich in den zu bearbeiteten Themen, aber auch in den Erarbeitungsmethoden bis hin zu den Präsentationen der Ergebnisse. Sie sind für die Projektarbeit besonders wichtig. Hier wird zusammengetragen, dargestellt und vor allem Außenstehenden zur Wertung vorgelegt. Die Kinder konnten die Fähigkeiten und Fertigkeiten anwenden, die sie bisher entwickelt haben, mussten sich zurechtfinden in einer klassengemischten Gruppe, von Freunden getrennt. Sie sollten zugehen auf fremde Erwachsene, ihnen Informationen entlocken und sich in völlig ungewohnten Situationen zurechtfinden.
Sie haben gelernt, ihre Informationen interessant zusammen zu stellen und sie vor über 2hundert Zuschauern in der wunderschönen Nikolaikirche darzubieten.
In dieser beeindruckenden Nikolaikirche konnten die Kinder ihren Eltern und Gästen ihr Projekt präsentieren. Mit viel Kreativität setzten die Gruppen ihre Arbeitsergebnisse in Anschauungstafeln, Zeichnungen, kleinen Szenen, Vorträgen oder Reportagen um. So konnten alle auch über die Themen etwas erfahren, an denen sie selbst nicht gearbeitet haben. Alle hatten so viel Ehrgeiz in ihr Projekt gesteckt, dass das Programm sehr anspruchsvoll und abwechslungsreich war. Darauf können alle Kinder stolz sein! Eine beeindruckende gelungene Leistung aller! Der Kantor, Herr Focko Hinken, begleitete die Darbietungen der Gruppen mit vier Musikstücken auf der Orgel. Dieses großartige Instrument hören zu können war für viele am Abend eine Premiere. Vielen Dank für diese Gelegenheit!
Eine besondere Herausforderung und zugleich ein besonderes Erlebnis war der kleine Chorgesang. „Dona nobis pacem – Gib uns Frieden“! Diesen schönen Kanon sangen die Kinder in drei Stimmen auf den Emporen des beeidruckenden Kirchenschiffes. Zum Abschluss des Abends luden die Kinder ihre Gäste ein, gemeinsam zu singen – „Trommle mein Herz für das Leben“. Über 2hundert Stimmen erklangen zu Conga, Cajon und Gitarre in der schönen Akustik der Nikolaikirche!

1hundertfünfzig Kinder der 5. und 6. Klassen

Berufe. Wir lernen Berufsfelder kennen. Was soll das denn in der Grundschule? Hat das nicht noch Zeit?
Die fünf Projettage haben uns das Gegenteil bewiesen. Zum einen gab es bei den Kindern sofort großes Interesse. Mit drei geschriebenen Bewerbungen konnte man sich einen der möglichen Berufe als Arbeitsgruppe sichern. Die übergroße Mehrheit der Kinder nutzte diese Chance. Zum anderen ergaben sich in diesen Tagen Aufgabenfelder, die für den Kompetenz- und Wissenserwerb beständig Auftrag von Unterricht sind. Zwölf Unternehmen öffneten für uns in diesen Tagen ihre Türen. Vom Apotheker und Bäcker zum Fotografen oder Altenpfleger über den Gebäudereiniger, Optiker, Automechaniker und Landwirt, dem Fitnesstrainer bis hin zum Bestatter waren die unterschiedlichsten Berufsbilder im Angebot. Worauf kommt es in dem Beruf an? Ist das was für mich? Welche Tätigkeiten werden da eigentlich so ausgeübt? Was sollte man können? Worauf muss ich mich in der Ausbildung zu diesem Beruf einrichten? Wie lange geht die Lehrzeit eigentlich? All diese und viel mehr Fragen wurden in den Gruppen beantwortet.
Die Präsentation der Ergebnisse ist der Abschluss eines Projektes. Sie soll deutlich machen, was die Kinder in welcher Form gelernt haben. Sie beendet einen komplexen Erarbeitungsprozess. Er ist das Wesentliche in den Tagen der Projektarbeit! Er fordert und fördert jedes Kind entsprechend seiner Kompetenzen. Und so manches entdeckt seine Fähigkeiten hier erst, spürt, wozu es in der Lage ist. Jede professionelle Berufs- bzw. Bildungsmesse hätte sich verstecken können hinter den Ideen und Darstellungsformen, die die verschiedenen Gruppen am Abend wählten. Selbst formulierte Texte, gestaltete Plakate, Grafiken oder Szenen boten alles Recherchierte den Gästen dar. Selbst gestaltete und gedruckte Flyer oder erstmals allein gesetzte Powerpointpräsentationen erläuterten die gesammelten Fakten, Ausbildungsbedingungen und Anforderungen der untersuchten Berufsbilder. Drei Moderatoren führten die Gäste souverän durch die Messe, erläuterten Ziele und Arbeitsweisen der fünf Tage. Wir Lehrer waren sehr stolz auf die Kinder. Sie haben sich in gemischt zusammengesetzten Arbeitsgruppen angestrengt, sehr konzentriert und intensiv mit Aufträgen auseinandergesetzt und diese sehr überzeugend vor einem großen Publikum dargeboten! Es war eine anspruchsvolle Leistung, die hier abgeliefert wurde.

Am letzten Tag der Woche wurde es noch einmal spannend. Jede Gruppe wechselte sechs Mal ihren Aufgabenbereich, bei dem es sich jedoch immer um Berufsanforderungen- oder Ausbildungsanforderungen handelte. Da ging es unter anderem um ein Bewerbungsgespräch oder einen 1. Hilfekurs, um das Schreiben von Bewerbungen bzw. einem Eignungs- bzw Sporttest.
Die Frage, was ziehe ich zum Bewerbungsgespräch an oder kann ich einen Warenkorb in der Küche in ein Essen verwandeln wurde gemeinsam mit der Gruppe bewältigt.
Die Projekttage haben das geschafft, was Schule jeden Tag erreichen möchte. Es wäre ein Leichtes, dies aus Lehrer- oder Elternsicht zu behaupten, doch auch die Kinder schätzen ein, dass es sich sehr wohl gelohnt hat, aus dem normalen Lernrhythmus auszusteigen und äußerst intensiv an einem Thema zu arbeiten.
Die Kinder stellten fest, dass einem ja sogar mehr verlangt wird, als an einem normalen Schultag – an dem man sich durchaus auch mal schön unauffällig in der Bank verstecken kann und fast ohne bemerkt zu werden, wieder nach hause geht…
Das geht natürlich in solch einer kleinen Lernguppe von 12 bis 14 Mann nicht. Das Besondere an diesen Projekttagen ist immer wieder auch das gemeinsame Frühstück. Jeder trägt etwas dazu bei. Gegessen wird gemeinsam am großen Tisch. Diese Zeiten genießen alle und sie werden an manch einem Tag auch durchaus zu einem wirklichen Arbeitsfrühstück, bei dem alles weitere in Ruhe zusammen beraten wird.
Besonders anschaulich und somit nachhaltig wirkend wurde dieses Thema Berufe aber erst durch die Möglichkeit, aus der Schule raus in die Betrieb zu gehen. Wirklich zu schauen und zu erfahren, was wie funktioniert und zusammenhängt. Sie haben sich Zeit genommen für die Kinder und Ihren Arbeitsalltag für uns unterbrochen.
Wir möchten uns hier ausdrücklich und sehr herzlich für diese Unterstützung bei Ihnen allen bedanken.
Unser Dank geht an:
das Milchgut Görlsdorf
die Konditorei Klinkmüller
den Optiker und Hörakustiker Schmidt
das Bestattungsunternehmen Felix
das Autohaus Liebsch Lübben
das Ev. Seniorenzentrum An der Berste
das Autohaus Töpfer Luckau
die LKT Lausitzer Klärtechnik GmbH
das Fitnessstudio Bodyfit
das Fotostudio Pixelparty
die Markt Apotheke
die Glas- & Industriereinigung Zimmermann!

In einem sind sich alle nach einer Schulwoche ausnahmsweise einig: „Schade, dass es so schnell vorbeiging.“
Und was können sich Lehrer besseres wünschen als einen Elternabend, an dem sich Eltern zeigen lassen, was und wie wir mit den Kindern lernen!
Seinen Sie stolz auf Ihre Kinder! Wir danken all den Gästen, die Interesse aufbrachten und sich von den Ergebnissen der Kinder begeistern ließen!