klassen- und fächerübergreifende Projekte aller Klassen

Sag es mir und ich werde es vergessen.
Zeige es mir und werde mich daran erinnern.
Beteilige mich und ich werde es verstehen.
Laotse

Sprache – Lesen – Schreiben- Darstellen

Jede Klassenstufe sucht nach geeigneten Themen, die diese vier Elemente erfordern.
An dieser Stelle muss unbedingt auch einmal Folgendes gesagt werden dürfen:
Solch anspruchsvolle pädagogische Arbeit ist natürlich nur möglich, wenn es Lehrer gibt, die sich nicht nur der Mühe unterziehen, Projekte für die Kinder zu entwickeln und zu organisieren.
Wichtigste Voraussetzung zum Gelingen solch beeindruckender Kinderleistungen ist die Überzeugung, wie wertvoll diese Lernmethode für die Entwicklung der Kinder ist. Sie bietet komplexe Voraussetzungen zur Ausprägung unzähliger Kompetenzen, die nicht nur der Rahmenplan vorschreibt. Sie sind einfach nachhaltig für jeden von uns bedeutsam.

Nur wenn es Eltern gibt, die diesen Wert erkennen und uns darin unterstützen, kann Nachfolgendes auch umgesetzt werden!


Die ersten Klassen

stiegen in die Welt der Bücher ein. “Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte” sollte in einem Theaterstück erzählt werden!
Der Löwe kann nicht schreiben, aber das stört ihn nicht, denn er kann brüllen und Zähne zeigen. Eines Tages aber trifft der Löwe eine wunderschöne Löwin. Und die liest in einem Buch. Die kann man nicht einfach gleich küssen. Eine solche Dame erwartet zuerst einen Liebesbrief. Also bittet der Löwe verschiedene Tiere, für ihn zu schreiben. Aber die schreiben nur Unsinn, bis er beinahe platzt vor Wut. Doch da naht die Rettung, die schöne Löwin hört nämlich sein Gebrüll.
In spannenden Schultagen, gelang es den Kindern, das auf die Bühne zu bringen, was der Text erzählen will. Dabei halfen den Lehrern und Kindern unzählige, unglaublich engagierte Eltern aktiv mit. Wir waren beeindruckt, berührt und sind dankbar!
Gleichzeitig entstand so das Programm für die Einschulungsfeier im September.
Es wurde in diesen Tagen
gelesen
gespielt
geschrieben
gesprochen
gesungen
gesägt
musiziert
gestritten
gebacken
gemalt
gebastelt
und es wurde viel gelacht!

Die beiden Flex-Klassen

verwandelten die Turnhalle und ihre Klassenzimmer für fünf Tage in ein Zirkuscamp.
Ein richtiger Zirkusabend in der Manege wurde auf die Beine gestellt. Unter der Zirkuskuppel nahmen die Eltern Platz und staunten über ihre Kinder. Während der Proben wurde gerungen mit der Geduld sich selbst gegenüber, der Einsicht, einem anderen die selbst gewünschte Rolle überlassen zu müssen. Ausdauer und Durchhaltevermögen sind zwei Fähigkeiten, die für das Gelingen eines jeden Tages bedeutend sind. Alles wurde selbst hergestellt, Ideen und Lösungen allein entwickelt. Die Kinder trainierten über Unsicherheiten und Schwierigkeiten hinweg, gewannen Selbstbewusstsein und konnten stolz sein, sich eingebracht zu haben in eine Sache, die nur durch das Zusammenspiel aller zu einem Erfolg werden konnte.
Und alles lohnte sich! Die Turnhalle war fantasievoll in eine Manege verwandelt worden.
Die Kinder steckten in tollen Kostümen. Die Lehrer waren ebenso aufgeregt, wie die Kinder. Das Lampenfieber erfasste bis zum Auftritt dann doch auch die ganz coolen Akrobaten.
Sportlich, tänzerisch, akrobatisch, witzig, kraftvoll und auch grazil trat jedes Kind, entsprechend seiner Rolle, in die Mitte der Manege, auf den Inlinern oder tanze nach einer festen Choreografie, gemeinsam mit Jungen und wehenden Tüchern! Cowboys mit Pferd, Beschwörer mit Schlangen und magische Zauberer! Popkornverkäufer versorgten das Publikum mit duftendem Selbstgemachtem.
Dieses schwungvolle Programm wurde zu einem richtigen Genuss für die Gäste!
Und die Augen der Kinder und ihrer Lehrer strahlten vor Zufriedenheit und Stolz über die gemeinsame Leistung und dem Gefühl, anderen eine Freude gebracht zu haben.
Auch hier waren wieder viele helfende Hände notwendig. Einen Riesendank den unzähligen kreativen und geduldigen Mitstreitern aus der Elternschaft! Vielfalt geht eben nur mit Vielen…

Die zweiten Klassen

haben an ihren Projekttagen eine Weihnachtsrevue erstellt. Quer durch die Fächer wurde geübt. Englisch, Sport und Musik leistete ebenso einen Beitrag wie Knobeleien in der Mathematik. Kunst und Deutsch war fast überall gefragt. Ob bei den sehr besonderen Karten, die viel Geschmack, Geschick und Vorstellungsvermögen erforderten oder beim Wunschzettel und den Kalendern. Die sehr schönen Texte zum Weihnachtsfest erforderten fleißiges Üben und Auswendiglernen.
Die ganzen Tage über duftete es im Schulhaus nach den leckeren Plätzchen, die die Gruppen allein backen durften. In der Werkstatt des Weihnachtsmannes werkelten die kleinen Helfer sehr ansprechende Geschenke. Hier wurde gemessen, gerechnet, gesägt und geklebt.
Diese vielen abwechslungsreichen Angebote waren jedoch auch wieder nur umsetzbar, weil sich unzählig viele Eltern und Großeltern als Helfer mit einbrachten. So konnten die Kinder individuell und entspannt bei allem betreut werden. Vielfalt geht eben nur mit Vielen…
Einen kleinen Einblick in diese fleißigen Schultage erhielten die Gäste dann in der abendlichen Revue. Und eine Erinnerung für immer steckt in dem schönen Fotobuch, das jedes Kind von diesem Projekt erhielt.

Die dritten Klassen

verbanden die Aufgabenstellung des fächerübergreifenden Lernens mit einem traditionellen Projekt. Seit vielen Jahren setzen sich die Kinder der Dritten mit dem Problem des Blindseins, Seh- und anderen Behinderungen auseinander.
So gelang ihnen ein ganz wichtiger und sehr umfassender Blick auf das Leben von Menschen mit Behinderungen.
Herr Hartmann und seine Helfer vom Blinden- und Sehbehindertenverband ließen die Kinder Hilfsmittel ausprobieren. Dies ging vom Computer über die Blindenschrift bis hin zum Parcours mit dem weißen Stock.
Bei einem Frühstück stellten die Kinder fest, wie sehr unsere Sinne auf das Sehen ausgerichtet sind und lernten, wie sich Blinde nach der Uhr orientieren – auch auf dem Teller. Eltern und Großeltern haben dieses besondere Frühstück mit den Kindern vorbereitet. Welche Eigenständigkeit einem ein Rollstuhl gibt, aber auch mit welchen Hindernissen im Alltag zu kämpfen ist, konnten die Kinder selbst erFAHREN. Bei einem Rundgang durch die Stadt und den Park wurde dies für alle ein nachhaltiges Erlebnis.
Dass das Leben auch mit Behinderungen lebenswert ist und dass man als gesunder Mensch keine Berührungsängste haben muss, waren sicher nur zwei Erfahrungen dieser äußerst abwechslungsreichen gemeinsamen Tage. Besonders nachhaltig in Erinnerung bleibt sicherlich allen der Präsentationsabend vor allen Eltern. Emotional, anschaulich und begeistert waren Lieder, Texte, Bilder und Theaterszenen, die uns Erwachsenen als Ergebnis der Projekttage dargeboten wurden! An eigenständig vorbereiteten Ständen waren nun die Eltern und Gäste eingeladen, sich von den Kindern das Gelernte erklären zu lassen bzw. auch selbst auszubrobieren, was die Kinder an den Vormittagen getan haben. Über dreißig Eltern und Großeltern haben sich für dieses Projekt ihrer Kinder interessiert und sich mit viel Engagement drei tagelang eingebracht! Unglaublich! Danke dafür! Auch die Praktikanten der neunten Klassen engagierten sich selbsständig und verantwortungsbewusst in der Gruppenarbeit mit den Kleinen. Respekt dafür!
Die Kinder waren mit höchster Konzentration, Anstrengungsbereitschaft und Offenheit in diesen Tagen bei der Sache! Eine nachhaltige Erfahrung für sie selbst, aber auch für uns Erwachsene.

Die vierten Klassen

luden ihre Eltern zu einem Bummel über einen europäischen Weihnachtsmarkt ein.
Weihnachten in Europa sieht doch sehr verschieden aus. Ein Fest. Viele Bräuche. So wurden diese Projekttage im Wortsinn fächerübergreifend. Jedes Kind beschäftigte sich mit dem Fest eines Landes. Ob Spanien. England, Russland, Deutschland, Frankreich oder die skandinavischen Länder, jede Gruppe erarbeitete die Besonderheiten. Doch für alle ging es in den Tagen darum, in Ruhe Texte zu verstehen, sich auf Karten Europas zu orientieren, mit den Händen etwas Eigenes herstellen und sich auch Zeit nehmen für gemütliches gemeinsames Frühstücken. Am Ende jedes Tages fanden sich die Gruppen zum Singen zusammen. Mit viel Freude aber auch Disziplin übten sie besonders schöne Weihnachtslieder.
Die Methode des Lapbooks stand während des Projektes im Mittelpunkt des Lernens. Lapbooks sind “Faltbücher”, die entstehen während man sich bastelnd und schreibend mit einem Thema beschäftigt.
Sie werden vor allem bei der Erarbeitung von Sachthemen eingesetzt. Das Schöne ist, dass jeder Lernende ein eigenes Ergebnis erzielt. Die Kinder entscheiden selbstständig, wie sie mit erarbeiteten Informationen umgehen, bringen die Aspekte, ihre persönlichen Einschätzungen schriftlich und gestalterisch in ihr Buch ein. In einem aufklappbaren Umschlag befinden sich in einem Lapbook die verschiedensten Arten von eingeklebten oder eingehefteten Innenteilen, die das Hauptthema näher erläutern. So finden viele Informationen auf kleinstem Raum Platz – nebenbei sieht es auch noch toll aus und spricht den Entdeckerinstinkt an. Das Thema ist so aufzubereiten, dass die wichtigsten Punkte in abstrahierter Form abgebildet werden. Jedes Lapbook ist ein Unikat. Alles Erlesene, Erprobte und Erfahrene über Weihnachten in dem genau betrachteten Land wurde in diesen Lapbooks nun zusammengetragen und festgehalten. Sie halfen dann auch beim Präsentieren der Ergebnisse. Alle Informationen für die Gäste des Weihnachtsmarktes hatte nun jeder griffbereit. So ist man sicher und kann auch auf Nachfragen die passenden Antworten in dem strukturierten Lapbook abrufen.
Der Weihnachtsmarkt eröffnete stimmungsvoll. Lucia aus Schweden führte die kleine Prozession der europäischen Länder mit ihren Lichtern auf dem Kopf an.
Die Gäste bummelten von den gebrannten Mandeln aus Deutschland zu den selbstgemachten Seifen aus Russland. Am Stand von Frankreich konnte man die Entstehung des salzigen Karamells verfolgen und dann auch probieren. Überall gab es etwas zu entdecken.

Hier zeigte sich, wie gut man sein Land selbst verstanden hatte. Es war schön zu sehen, wie stolz und angestrengt, sich alle Mühe gaben beim Erklären der unterschiedlichen Bräuche! Die Freude war auf beiden Seite der Weihnachtsmarkttische zu spüren!
Zwischendurch erklangen auch immer die Weihnachtslieder und animierten sogar die Gäste zum Mitsingen.
Auch dieses Projekt war in dieser Qualität wieder nur möglich dank der uneigennützigen Hilfe vieler Eltern und Großeltern! Durch Sie war es möglich, in kleinen und intensiven Gruppen zu lernen. Vielen lieben Dank für Ihre Unterstützung und das Engagement!

1hundertfünfzig Kinder der 5. und 6. Klassen

Berufe. Wir lernen Berufsfelder kennen. Was soll das denn in der Grundschule? Hat das nicht noch Zeit?
Die fünf Projettage haben uns das Gegenteil bewiesen. Zum einen gab es bei den Kindern sofort großes Interesse. Mit drei geschriebenen Bewerbungen konnte man sich einen der möglichen Berufe als Arbeitsgruppe sichern. Die übergroße Mehrheit der Kinder nutzte diese Chance. Zum anderen ergaben sich in diesen Tagen Aufgabenfelder, die für den Kompetenz- und Wissenserwerb beständig Auftrag von Unterricht sind. Zwölf Unternehmen öffneten für uns in diesen Tagen ihre Türen. Vom Apotheker und Bäcker zum Fotografen oder Altenpfleger über den Gebäudereiniger, Optiker, Automechaniker und Landwirt, dem Fitnesstrainer bis hin zum Bestatter waren die unterschiedlichsten Berufsbilder im Angebot. Worauf kommt es in dem Beruf an? Ist das was für mich? Welche Tätigkeiten werden da eigentlich so ausgeübt? Was sollte man können? Worauf muss ich mich in der Ausbildung zu diesem Beruf einrichten? Wie lange geht die Lehrzeit eigentlich? All diese und viel mehr Fragen wurden in den Gruppen beantwortet.
Die Präsentation der Ergebnisse ist der Abschluss eines Projektes. Sie soll deutlich machen, was die Kinder in welcher Form gelernt haben. Sie beendet einen komplexen Erarbeitungsprozess. Er ist das Wesentliche in den Tagen der Projektarbeit! Er fordert und fördert jedes Kind entsprechend seiner Kompetenzen. Und so manches entdeckt seine Fähigkeiten hier erst, spürt, wozu es in der Lage ist. Jede professionelle Berufs- bzw. Bildungsmesse hätte sich verstecken können hinter den Ideen und Darstellungsformen, die die verschiedenen Gruppen am Abend wählten. Selbst formulierte Texte, gestaltete Plakate, Grafiken oder Szenen boten alles Recherchierte den Gästen dar. Selbst gestaltete und gedruckte Flyer oder erstmals allein gesetzte Powerpointpräsentationen erläuterten die gesammelten Fakten, Ausbildungsbedingungen und Anforderungen der untersuchten Berufsbilder. Drei Moderatoren führten die Gäste souverän durch die Messe, erläuterten Ziele und Arbeitsweisen der fünf Tage. Wir Lehrer waren sehr stolz auf die Kinder. Sie haben sich in gemischt zusammengesetzten Arbeitsgruppen angestrengt, sehr konzentriert und intensiv mit Aufträgen auseinandergesetzt und diese sehr überzeugend vor einem großen Publikum dargeboten! Es war eine anspruchsvolle Leistung, die hier abgeliefert wurde.

Am letzten Tag der Woche wurde es noch einmal spannend. Jede Gruppe wechselte sechs Mal ihren Aufgabenbereich, bei dem es sich jedoch immer um Berufsanforderungen- oder Ausbildungsanforderungen handelte. Da ging es unter anderem um ein Bewerbungsgespräch oder einen 1. Hilfekurs, um das Schreiben von Bewerbungen bzw. einem Eignungs- bzw Sporttest.
Die Frage, was ziehe ich zum Bewerbungsgespräch an oder kann ich einen Warenkorb in der Küche in ein Essen verwandeln wurde gemeinsam mit der Gruppe bewältigt.
Die Projekttage haben das geschafft, was Schule jeden Tag erreichen möchte. Es wäre ein Leichtes, dies aus Lehrer- oder Elternsicht zu behaupten, doch auch die Kinder schätzen ein, dass es sich sehr wohl gelohnt hat, aus dem normalen Lernrhythmus auszusteigen und äußerst intensiv an einem Thema zu arbeiten.
Die Kinder stellten fest, dass einem ja sogar mehr verlangt wird, als an einem normalen Schultag – an dem man sich durchaus auch mal schön unauffällig in der Bank verstecken kann und fast ohne bemerkt zu werden, wieder nach hause geht…
Das geht natürlich in solch einer kleinen Lernguppe von 12 bis 14 Mann nicht. Das Besondere an diesen Projekttagen ist immer wieder auch das gemeinsame Frühstück. Jeder trägt etwas dazu bei. Gegessen wird gemeinsam am großen Tisch. Diese Zeiten genießen alle und sie werden an manch einem Tag auch durchaus zu einem wirklichen Arbeitsfrühstück, bei dem alles weitere in Ruhe zusammen beraten wird.
Besonders anschaulich und somit nachhaltig wirkend wurde dieses Thema Berufe aber erst durch die Möglichkeit, aus der Schule raus in die Betrieb zu gehen. Wirklich zu schauen und zu erfahren, was wie funktioniert und zusammenhängt. Sie haben sich Zeit genommen für die Kinder und Ihren Arbeitsalltag für uns unterbrochen.
Wir möchten uns hier ausdrücklich und sehr herzlich für diese Unterstützung bei Ihnen allen bedanken.
Unser Dank geht an:
das Milchgut Görlsdorf
die Konditorei Klinkmüller
den Optiker und Hörakustiker Schmidt
das Bestattungsunternehmen Felix
das Autohaus Liebsch Lübben
das Ev. Seniorenzentrum An der Berste
das Autohaus Töpfer Luckau
die LKT Lausitzer Klärtechnik GmbH
das Fitnessstudio Bodyfit
das Fotostudio Pixelparty
die Markt Apotheke
die Glas- & Industriereinigung Zimmermann!

In einem sind sich alle nach einer Schulwoche ausnahmsweise einig: „Schade, dass es so schnell vorbeiging.“
Und was können sich Lehrer besseres wünschen als einen Elternabend, an dem sich Eltern zeigen lassen, was und wie wir mit den Kindern lernen!
Seinen Sie stolz auf Ihre Kinder! Wir danken all den Gästen, die Interesse aufbrachten und sich von den Ergebnissen der Kinder begeistern ließen!